Der Wolf im Schafspelz – Warum wir diese Champions League Reform ablehnen

Die Super League wurde gegründet und wieder abgeblasen. Der FC Bayern hatte unabhängig davon einer Teilnahme an diesem „Wettbewerb“ eine Absage erteilt und steht nun an der Spitze der „ehrlichen“ Fußballverantwortlichen in Europa. Es scheint so, als wäre alles wieder in bester Ordnung im roten München und in Fußballeuropa, das ist aber leider mitnichten der Fall.

Viele Fußballfans sind sicherlich damit zufrieden, dass die Pläne zur Super League durch einen großen Aufschrei gestoppt werden konnten. Wie auch bereits in unserem kurzen Statement vom 20.4. festgehalten, ist aber auch die Reform der Champions League sehr kritisch zu sehen. Inzwischen gibt es auch von ehemaligen und aktuellen Spielern, wie z.B. Ilkay Gündogan, erste Äußerungen in diese Richtung.

Mit der am 19.04. beschlossenen Reform der Champions League wurde ein weiterer Schritt in die falsche Richtung gemacht, weg von Solidarität, Demut und Bodenständigkeit, stattdessen immer weiter hin zu mehr Geld für die großen und sowieso schon reichen Vereine.

Es gibt einige offensichtliche Punkte, die schon des Öfteren thematisiert worden sind, und in denen sich die (reformierte) Champions League nicht von einer Super League unterscheidet:

  • Mehr Spiele, um über die Vermarktung noch mehr Geld generieren zu können (225 statt 125 Spiele pro Saison in der Champions League, entscheidend dabei sind nun 10 statt 6 Vorrundenspiele). Das geht sowohl zu Lasten der Spieler, die sich berechtigterweise sowieso über hohe Belastungen beschweren, als auch zu Lasten der Fans. Es ist unseren Augen eine Fehlannahme, dass mehr Spiele im Interesse der Fans sind, viel mehr ist der Wunsch nach spannenderem Wettbewerb vorhanden.
  • Die UEFA führt hierzu an, dass die neue Vorrunde im Schweizer Modell für Spannung bis zum Schluss sorgt. Diese These ist zumindest fraglich. Letzten Endes ist es so, dass nur noch die Platzierung in einem gewissen Bereich (Platz 1-8, 9-24) relevant ist. Innerhalb dieser Bereiche macht eine Platzierung kaum einen Unterschied. Eine Platzierung auf Platz 16 oder besser sichert zwar ein Heimrecht im Rückspiel der nächsten Runde, für die Fans ist das aber nicht von besonderer Spannung. Ist ein Bereich sogar gesichert, werden die finalen Spielen zum reinen Schaulaufen, wie das eben bereits momentan der Fall ist, von möglichen Wettbewerbsverzerrungen ganz zu schweigen.
    Zudem stellt das neue Modell eine weitere Sicherheit für kriselnden Großvereine dar. Eine schwächere Vorrunde gepaart mit einem starken Auftritt eines kleineren Klubs führte bisher ggf. dazu, dass es nach der Vorrunde in die Europa League ging. Nun garantiert eine entsprechende Platzierung zumindest zwei weitere Spiele und die Möglichkeit trotzdem im Wettbewerb zu verbleiben. Spannung ist also noch viel mehr als vorher erst in der KO-Phase oder maximal bei einzelnen entscheidenden Spielen vorhanden.
    Auch darf angezweifelt werden, ob es einem ausgeglichenen Wettbewerb zuträglich ist, wenn die teilnehmenden Mannschaften zwar in einer Gesamttabelle geführt werden, letzten Endes aber nur gegen ein gutes Viertel der anderen Teilnehmer antreten. Unserer Meinung nach öffnet das vor allem Diskussionen über die Fairness Tür und Tor. Die Reaktion darauf könnten noch mehr Spiele sein, das Resultat wäre eine (Super-) Liga unter dem Dach der UEFA.
  • Die weitere Aushebelung der sportlichen Qualifikation durch zwei Plätze für die Vereine mit den höchsten Klubkoeffizienten, die sich nicht für die Champions League aber für einen anderen europäischen Wettbewerb qualifiziert haben. Klingt kompliziert, heißt im Endeffekt aber nur, dass die Top-Vereine abgesichert sind. Am Beispiel unseres Vereins lässt sich das gut zeigen. Der FC Bayern ist momentan an der Spitze der Klubkoeffizienten geführt. Je nach Konstellation im DFB-Pokal müssten wir daher lediglich 6. oder 7. in der Bundesliga werden, um aufgrund des Koeffizienten trotzdem in der Champions League zu spielen.
    Ein praktisches Beispiel: Union Berlin spielt eine überdurchschnittlich erfolgreiche Saison und erreicht den 6. Platz, der zur Teilnahme an der Conference League berechtigt. Die Gegner von Union im nächsten Jahr kommen u.a. aus Bosnien, Nordirland und Norwegen. Großartige Einnahmen würden sie dadurch nicht generieren. Würde der FC Bayern nach einer Katastrophensaison auf dem 6. Platz landen (letztmals vor über 25 Jahren der Fall) dürften wir in der nächsten Saison trotzdem gegen Real, PSG & Co. antreten und würden von den Millionen profitieren, die unter den Teilnehmern der Champions League verteilt werden. Das gleiche sportliche Abschneiden über eine ganze Saison würde komplett unterschiedlich belohnt werden.
    Auch wenn wir den Spitzenplatz in der Koeffizientenrangliste wieder abgeben, ist das Risiko einer Nicht-Teilnahme nicht besonders hoch. Innerhalb der Top 10 dieser Liste herrscht kaum Wechsel. Die Wahrscheinlichkeit, dass gleich drei dieser Teams sich nicht für die Champions League qualifizieren und daher eines davon aus dem Teilnehmerfeld fällt, ist äußerst gering.
  • Sauer stößt es uns auch auf, dass die UEFA, die ECA, die European Leagues, das Exekutivkomitee inklusive nun Rainer Koch und auch unsere Vereinsverantwortlichen, vorneweg Karl-Heinz Rummenigge, sich nun als Retter des ehrlichen Fußballs aufspielen, die im Sinne der Fans handeln, weil sie statt eine Super League einzurichten mit der Reform einen „tollen Kompromiss“ geschaffen haben. Als ob die Ablehnung dieses irrsinnigen Projekts eine besondere Leistung wäre. Als ob nicht eben diese Institutionen in den letzten Jahrzehnten den Fußball dorthin manövriert haben, wo er jetzt steht. Als ob die UEFA nicht durch vorauseilenden Gehorsam und ein zahnloses Financial Fairplay dafür gesorgt hat, dass einige wenige Vereine trotz immenser Schulden und Verluste das Geschehen im europäischen Fußball dominieren – Ausnahmen bestätigen die Regel. Als ob nicht alle diese Beteiligten sich gegenüber Fans in den letzten Jahren vor allem dadurch ausgezeichnet haben, Kritik zu überhören und konkrete Lösungsvorschläge zu ignorieren.
    Wir wollen an dieser Stelle auch festhalten, dass unser Verein seit Jahren an vorderster Front für diese Reformen und eine weitere Umverteilung hin zu den großen Klubs steht und sich durch geschicktes Taktieren, wie schon eingangs erwähnt, nun eine noch bessere Ausgangsposition geschaffen hat. Karl-Heinz Rummenigge ist als starker Vertreter der ECA ebenfalls zurück im UEFA-Exekutivkomitee, lobt die eigens vorangetriebene Reform in den Himmel und hat sich durch rechtzeitiges Zurückziehen von den Super League – Plänen eine scheinbare moralische Überlegenheit gesichert. Wir vergessen nicht, dass die Super League als Drohkulisse lange auch zu seinem eigenen rhetorischen Repertoire gezählt hat.
    Medienberichten zufolge ist nun auch die UEFA dabei einen Investorendeal abzuschließen, um Milliarden in den Wettbewerb zu pumpen, die dann wieder mehrheitlich auf die „Big Player“ verteilt werden. Statt also die irrwitzigen Summen in der Super League abzulehnen, wird das Vorhaben kopiert, um die großen Klubs zu besänftigen.
  • Diese Ungleichverteilung der generierten Gelder ist das größte Problem im europäischen Fußball und das wird auch mit der aktuellen Reform nicht angegangen. Die Schere in Europa und innerhalb der heimischen Liga geht deshalb auseinander, weil die großen Vereine aus den großen Fußballnationen unverhältnismäßig mehr Geld bekommen, ihre Kader dementsprechend aufstellen, der Konkurrenz (vor allem national) weit enteilen und damit wieder höhere Einnahmen generieren. Dies könnte nur gelöst werden, wenn die Einnahmen in viel höherem Ausmaß solidarisch auf die nationalen Ligen und Verbände verteilt werden. Die UEFA hat zwar noch keine aktuellen Zahlen festgelegt, die Diskussion zwischen den Beteiligten hat sich kurz vor der Reform aber lediglich darum gedreht, ob nun 4 oder doch lieber wieder 5 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen an Vereine fließen, die nicht europäisch spielen. Dass dies so oder so bestehende Verhältnisse zementiert, sollte eigentlich jedem klar sein.

Bei Betrachtung all dieser Punkte fällt eine Sache auf: Die aktuelle Reform ist lediglich ein, wenn auch weitreichender, weiterer Schritt zur Ungleichheit im europäischen Vereinsfußball. Eine bloße Rücknahme der Reform wäre zwar erfreulich, aber würde kaum positiven Effekt haben.

Der Fußball ist nämlich durchaus reformbedürftig, nur in eine ganz andere Richtung als die Offiziellen es wahrhaben und verfolgen wollen. Die Ursachen für die aktuelle Schieflage liegen nämlich nicht, wie gerne behauptet, in der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen, sondern sind über Jahrzehnte entstanden. Das letzte Jahr war lediglich ein Katalysator und hat viele Fehler schonungslos aufgezeigt.

Bevor wir uns diesen Ursachen widmen, kommen wir nicht umhin Selbstreflexion zu betreiben. Zwar haben die Fanszenen, manche mehr, manche weniger, einzelne Fehler benannt und kritisiert, letzten Endes können und konnten aber auch wir uns der Faszination Europapokal nicht entziehen. Als Fan gibt es nicht größeres seinen Verein in Europa spielen zu sehen und den eigenen Farben durch Europa zu folgen. Jede Qualifikation für einen entsprechenden Wettbewerb wird gefeiert und kaum eine Fanszene träumt nicht davon europäisch zu spielen, egal wie lange her oder unrealistisch das sein mag. Gerade wir als Fans des FC Bayern München genießen es Jahr für Jahr weit entfernte Ziele anzusteuern.

Wir wollen das auch niemandem schlecht reden. Deswegen sind wir Fußballfans geworden, wegen dieser Emotionen und wegen dem festen Glauben, dass jeder Verein es schaffen, auf dem Weg aber auch scheitern kann. Nur wird dieser Glaube mehr und mehr zunichte gemacht.

Wenn Euch interessiert, wie der europäische Fußball in diesem Dilemma gelandet ist, schaut morgen wieder hier vorbei, wenn wir uns mit dieser Frage beschäftigen. Am Montag blicken wir dann in die Zukunft und sagen an, welche Überlegungen ernstzunehmende Reformen unserer Meinung nach unbedingt enthalten müssen.

Südkurve München

Nein zur Super League, Nein zur beschlossenen Reform – Bayernfans gegen den Ausverkauf des Fußballs

Mit ihrer Ankündigung zukünftig aus dem europäischen Wettbewerbssystem auszusteigen, schockten 12 internationale Spitzenclubs am Sonntag die Fußballöffentlichkeit.

Mit einer privaten Eliteliga hebeln sie das Grundprinzip jedes Wettbewerbs aus. Es steht nicht mehr der faire, sportliche Wettkampf um Titel im Vordergrund, sondern die finanzielle Planungssicherheit und Gewinnmaximierung von 15 bzw. 20 handverlesenen Vereinen werden zu den obersten Maximen.

Auf den gleichen Prämissen fußt auch die am Montag  durchgewunkene Champions League Reform. Mehr Spiele und zusätzliche sichere Qualifikationswege bedeuten garantierte und höhere Einnahmen. Die Super League verabsolutiert nun diese Idee, die hinter der Reform stand.

Trotzdem konnten wir bisher von keinem Vertreter unseres Vereins eine klare Distanzierung von der Teilnahme an einer Super League vernehmen. Wir fordern, dass sich die Verantwortlichen beim FC Bayern klar zu einem Verbleib in den bestehenden Wettbewerbsstrukturen bekennen, statt sich eventuelle Hintertürchen offen zu halten. Die Teilnahme an der Super League darf keine Option sein.

Mit der Abspaltung der 12 Klubs ist auch das zentrale Argument für die gerade beschlossene Champions League Reform, die ständig als Allheilmittel gegen eine solche Superliga ins Feld geführt wurde, hinfällig. Wir fordern den FC Bayern auf, sich für eine Annulierung des Reformbeschlusses und eine Neuaushandlung im Sinne der Fußballfans einzusetzen.

Der FC Bayern hat in dieser  turbulenten Zeit die Möglichkeit und Verpflichtung seine Stellung dafür einzusetzen, den Fussball über Worthülsen hinaus bodenständig und demütig zu gestalten.

Südkurve München

Falsche Vorbilder und angebrachte Schamgefühle

„Ich schäme mich für das hässliche Gesicht des FC Bayern“, so hat sich Karl-Heinz Rummenigge Ende Februar 2020 noch geäußert. Doch bei den Aussagen und Verhaltensweisen Rummenigges in den letzten Wochen und Monaten, stellt sich vielen Bayernfans mittlerweile die Frage, wer sich für wen schämen muss.
Für Kritik und Werturteile gegenüber Personen und Gruppen aus dem Vereinsumfeld und darüber hinaus, ist der Noch-Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG seit Längerem bekannt. Selbstreflexion, Realitätssinn und eine angemessene Sensibilität der eigenen Aussagen wären von Zeit zu Zeit sicherlich angebrachter als der egozentrische Blick auf andere Beteiligte. Die Frage, wer sich nun für wen schämen muss, beantwortet Kalle in guter Regelmäßigkeit selbst. Was aber ein Skandal ist, wird in unantastbarer Selbstherrlichkeit natürlich auch stets selbst bestimmt. Ein verspäteter Abflug zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft in den Wüstenstaat Katar gehört – Rummenigge zufolge – eindeutig in diese Kategorie. Eine „Verarsche“ sei es demnach gewesen, dass die Mannschaft nach verspäteter Starterlaubnis von dem unmenschlichen Nachtflugverbot gestraft wurde. Die Menschrechtsverletzungen in Katar hingegen sind eher Tabu- als Skandalthema im Jargon der Vereinsoffiziellen des FC Bayern. Die Reise zu dem FIFA Turnier – noch dazu mitten in einer Pandemie – ist offenbar ähnlich alltäglich wie die Arbeits- und Lebensumstände der dortigen Menschen.
Woche für Woche nimmt der Profifußball hierzulande eine Sonderrolle wahr, die mit zahlreichen Privilegien einhergeht. Reisen im In- und Ausland – und das ohne anschließende Quarantäne – sowie aktiver Sport sind eben nur noch für diesen elitären Kreis zu einer Selbstverständlichkeit geworden.
In Sachen Vorrechte und Privilegien sorgte Kalle aber jetzt erneut für einen Denkanstoß. Ab Anfang Januar war bereits über eine bevorzugte Impfung von Olympia-Startern des kommenden Sommers diskutiert worden. Diese wurde jedoch von Teilnehmenden der bevorstehenden olympischen Spiele mehrheitlich aus ethischen Gründen abgelehnt. So bot sich hier einmal mehr die Chance, für den Fußball eine Sonderrolle zu reklamieren und eine Spitzenposition einzunehmen. Ausgerechnet die Spieler des FC Bayern sollen – Rummenigge zufolge – also Impfskeptikern entgegenwirken und Kritiker besänftigen. Wie sehr der Profifußball und der FC Bayern im Besonderen seiner Vorbildfunktion gerecht wird zeigt Karl-Heinz Rummenigge Woche für Woche höchstpersönlich. Die Bilder der locker-lässigen bis kreativen Tragevarianten der Mund-Nasen-Bedeckung  gehören zu den gewohnten Impressionen der „Geisterspieltage“ und bieten eine alternative Interpretationsmöglichkeit der Phrase über das „hässliche Gesicht des FC Bayern“. Auch die ästhetischen Veränderungen der Spieler, seien es Tattoo- oder Frisörtermine dienen nicht unbedingt als Vorbild für die Gesellschaft. Zu oft wurde die Vorbildfunktion in der Vergangenheit ohnehin schon verfehlt. Der Rassismus-Skandal am FC Bayern Campus sollte möglichst klein gehalten, anstatt transparent und vollständig aufgearbeitet zu werden. Ein entschiedenes Verurteilen rassistischer Anfeindungen hatte Rummenigge zudem nicht mal nach den deutlichen Diskriminierungen gegen „seinen“ Spieler Alphonso Davies sowie dessen Freundin Jordyn Huitema Mitte Dezember letzten Jahres für nötig gehalten. Vermutlich sah er, der ansonsten zu allen Themen seine Meinung kundtut, die Pflicht des Vereins durch das knappe Statement von Vereinspräsident Herbert Hainer schnell erfüllt.

Egal in welcher Form geäußert, perlt jegliche Kritik ohnehin stets an unserer Vereinsführung ab. Wie etwa die Kontroversen um mögliche Reformen der TV-Geldverteilung zeigten: „abtrünnig“ oder unsolidarisch sind stets die anderen.
So gut es momentan sportlich ohne Frage läuft, so abstoßend widerlich ist momentan das Auftreten und die gesamte Außendarstellung der Führungsriege des Vereins, insbesondere vertreten durch Karl-Heinz Rummenigge. Die feinen Herren in der oberen Etage leben mittlerweile in ihrer eigenen Parallelwelt und haben scheinbar den Bezug zur Realität und der Tatsache, dass wir uns immer noch in einer Pandemie befinden, in der viele Menschen wirklich Existenzängste haben, komplett verloren. Die Werte, die dieser Verein eigentlich vermittelt oder besser gesagt gerne vermitteln möchte, werden von Kalle zu gerne regelmäßig mit Füßen getreten. Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir uns als Fans dieses großartigen Vereins momentan wirklich – und das vor allem für und wegen Karl-Heinz Rummenigge – schämen müssen!

Südkurve hilft – Spendenabschluss

Servus Bayernfans,

die in den letzten Wochen durchgeführte Spendenaktion war mehr als erfolgreich.
Durch eure Spendenbereitschaft ist die unglaubliche Summe von 26.725€ zusammengekommen. Durch die hohe Summe haben wir uns dafür entschieden zwei weitere Einrichtungen zu unterstützen. Das Geld werden wir folgendermaßen aufteilen:

Deutsche Lebensbrücke – 5.000€
Kinderhaus AtemReich – 5.000€
Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München – 4.000€
Kindertafel – Glockenbach e.V. – 4.000€
Fluchtpunkt München – 3.000€
buntkicktgut – 3.000€
Horizont e.V. – 2.000€
Kita Horizont – Sachspenden im Wert von 725€

Vor allem in Zeiten wie diesen ist der Zusammenhalt der Südkurve unglaublich wichtig. Wir bedanken uns bei allen Fanclubs, die uns mit ihren Spenden unterstützt haben.
Großer Dank geht zudem an die Horda Azzuro Ultras aus Jena und die Ultras von Hertha BSC. Ihr zeigt, dass Solidarität auch über die Stadt- und Vereinsgrenzen hinweg möglich ist!
Danke an alle Spenderinnen und Spender, die das Ganze erst ermöglicht haben.

München hält zusammen!

Aktuelle Infos findet ihr hier:
https://www.facebook.com/suedkurvehilft/
https://www.instagram.com/suedkurvehilft

ZOCKEN GEGEN CORONA – Spendenübergabe

Am 16. und 17. Mai fand das große FIFA 20 Online Turnier “Zocken gegen Corona” mit insgesamt 78 Teilnehmern statt. Nach engen Partien und einem nahezu reibungslosen Turnierablauf können sich die ersten drei Plätze über Bierfässer mit 5, 10 und 20 Litern Inhalt freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Heute möchten wir euch über die Spendenziele der Aktion informieren. Neben der 10,- € Teilnahmegebühr der 78 Teilnehmer fanden sich noch weitere Spender, um die Spende auf einen Betrag von insgesamt 1110,- € zu erhöhen. Um die nachfolgenden Projekte bestmöglich zu unterstützen, einigten sich zudem der Club Nr. 12 und Red Fanatic München darauf, den Betrag auf 1550,- € aufzustocken.

Das erste Spendenziel ist der Heimatstern e.V., der Corona-Schutzschilder für gefährdete Helfer anfertigt und kostenlos zur Verfügung stellt. Die Produktionskosten für die Spende von insgesamt 100 Visieren an die Stiftung Pfennigparade belaufen sich auf 800,- €, die wir damit komplett finanzieren konnten.

Mit den restlichen 750,- € konnten wir ein tolles Projekt von HORIZONT e.V. unterstützen. Der gemeinnützige Verein setzt sich seit über 20 Jahren für wohnungslose Kinder und ihre Mütter in München ein. HORIZONT betreibt ein Schutzhaus und ein offenes Wohnhaus. Damit die Kinder im Schutzhaus während der Zeit der Schulschließungen, die jetzt nur teilweise aufgehoben sind, am Homeschooling teilnehmen können, wurden 15 Internetsticks mit Datenvolumen benötigt. Durch unsere Spende konnten diese nun angeschafft werden.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Unterstützern und Teilnehmern bedanken, die diese Aktion möglich gemacht haben.

Infos zu Heimatstern e.V. hier:
www.heimatstern.org
www.facebook.com/heimatstern

Infos zur Stiftung Pfennigparade hier:
www.pfennigparade.de
www.facebook.com/pfennigparade

Infos zu HORIZONT e.V. hier:
www.horizont-muenchen.org
www.facebook.com/horizonthaus

CLUB NR. 12 & RED FANATIC MÜNCHEN

In der Krise beweist sich der Charakter

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.

Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2. Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3. Gehalts- und Transferobergrenzen

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4. Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5. Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

ZOCKEN GEGEN CORONA – BAYERNFANS HELFEN!

Das gesamte Land fährt so langsam wieder hoch – doch wir wollen die gemeinnützigen Vereine, welche weiterhin stark unter der anhaltenden Corona Krise leiden, nicht vergessen! Da weiterhin die bekannten Beschränkungen gelten möchten wir diese Aktion allerdings auf den virtuellen Rasen verlegen. 

Dementsprechend veranstalten wir am 16. und 17. Mai‬, jeweils ‪ab 12 Uhr‬, ein großes FIFA 20 Soli Turnier für alle Bayernfans unter dem Namen „Zocken gegen Corona“. Das Turnier wird Online auf der Playstation 4 ausgetragen und findet mit Gruppenphase und anschließendem KO-System statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- € pro Spieler, alle Einnahmen werden komplett gespendet.

Neben Sachpreisen in flüssiger Form für die ersten drei Plätze gilt dieses Turnier, in Zusammenarbeit mit unserem Fanprojekt, als Qualifikationsturnier für einen Platz beim diesjährigen FIFA-Fanfinale der Fanprojekte.

Wer Bock hat seine Skills am Controller für den guten Zweck zu beweisen kann sich ab sofort unter https://redfanatic-muenchen.com/cms/fifa-turnier/ anmelden. Die Teilnahmegebühr könnt ihr entweder per Banküberweisung (Club Nr. 12 | DE68 ‪7019 0000 0001 5112‬ 54) oder Paypal (paypal@clubnr12.de | bitte Freunde & Familie!) bezahlen. Als Verwendungszweck gebt ihr bitte „Zocken gegen Corona“ sowie euren Playstation-Namen an. Nach erfolgreicher Anmeldung erhaltet ihr alle weiteren Informationen per E-Mail.

Anmeldeschluss ist ‪am Donnerstag, den 14.05. um 20:00 Uhr‬.Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

CLUB NR. 12 & RED FANATIC MÜNCHEN

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