Covid-19: Weitere Unterstützungsmöglichkeiten

Servus Bayernfans,

was für uns vor zwei Wochen noch das Wichtigste war, spielt erst mal keine Rolle mehr und wir sehen uns mit einer Situation konfrontiert, die sich in dieser Form wohl nur die Wenigsten wirklich vorstellen konnten.

Erstmal vorweg: Das Wichtigste zu dem jede*r seinen Teil beitragen kann ist Social Distancing. Vermeidet Menschenansammlungen, bleibt einfach mal daheim und überlegt Euch, ob das Treffen mit euren Spezln derzeit unbedingt nötig ist. Auch wenn sich die Meisten von uns nicht in der besonders gefährdeten Gruppe befinden, sollten wir alle dazu beitragen, die Ansteckungsmöglichkeiten so gering wie möglich zu halten und so die Ansteckungsrate soweit es geht zu verlangsamen.

Was können wir darüber hinaus noch unternehmen?

Eine weitere Institution die Nachbarschaftshilfe anbietet, halten wir für nicht unbedingt nötig. Es gibt bereits unterstützenswerte Aktionen und Projekte, bei denen sich schon Leute von uns engagieren und jede*r gerne mitmachen darf.

Ihr könnt Euch hier beispielsweise an die Solidarische Nachbarschaft München wenden:

Bedenkt, dass ein großer Teil der Menschen, die jetzt Hilfe benötigen können, nicht im Internet aktiv sind. Ein Hilfsangebot im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses kann da manchmal hilfreicher sein. Vorlagen findet Ihr hierhier und hier.

Außerdem treffen die Einschränkungen auch ganz besonders Hilfseinrichtungen und die Menschen, die auf sie angewiesen sind. Ein Beispiel dafür ist die Münchner Tafel. Viele Helfer hier sind im höheren Alter und zählen damit zur Risikogruppe. Unterstützung von jüngeren Menschen ist gefragt, um Menschen, die es gerade in Zeiten von Hamsterkäufen besonders schwer haben, genügend Lebensmittel zu bekommen, zu helfen. Eine gute Gelegenheit für gesunde Menschen sich einzubringen.

Bayernfans außerhalb Münchens können auch bei ihrer Tafel vor Ort nachfragen. In vielen Landkreisen gibt es gerade einen Engpass an Helfern.

Außerdem gibt es auch beim Bayerischen Roten Kreuz Bedarf. Die Versorgung von chronisch Kranken und Verletzten mit Blutkonserven kann zwar momentan gewährleistet werden, aber es zeichnet sich ein Abwärtstrend bei den Blutspenden ab. Wenn Ihr gesund seid, könnt Ihr helfen, indem ihr Blut spendet.

Wenn man in die Zukunft blickt, wird voraussichtlich gerade das Personal in unseren Krankenhäusern und Arztpraxen an seine Grenzen kommen. Wenn jemand Ideen hat, was wir auf die Beine stellen können, um den Engeln in Weiß unter die Arme zu greifen, kann der/diejenige sich gerne melden. Schreibt uns einfach an: suedkurvehilft@suedkurve-muenchen.org.

Club Nr. 12 und die Gruppen der Südkurve

Erklärung zum Umgang mit Geisterspielen aufgrund von Covid-19

Nun ist es also soweit, die Spiele unseres Vereins finden, Stand heute, über einen Monat ohne uns statt. Wie vermutlich in vielen anderen Szenen, führte das in den letzten Tagen zu einigen Diskussionen, wie damit umzugehen sei. Mit dieser Mitteilung wollen wir über unser Vorgehen informieren und dazu anregen, sich mit dem Thema über den eigenen Tellerrand hinaus zu beschäftigen.

Vorneweg:

  • Wir erheben nicht den moralischen Zeigefinger. Alle Fans müssen für sich selbst entscheiden, wie sie auf die momentanen Maßnahmen reagieren.
  • Wir sind keine Experten und kennen uns weder mit Virologie noch mit Pandemieforschung besonders gut aus.

Womit wir uns auskennen ist Solidarität, und die kommt uns in der momentanen Diskussion oft zu kurz. Blickt man nach Italien sehen wir ein Land im Lockdown, in dem sich gleichzeitig viele Menschen, explizit auch Ultras, maximal solidarisch verhalten und ihr eigenes Sozialleben hinten anstellen, um die weitere Ausbreitung des Virus’ zu verhindern.

Dabei geht es nicht um die Angst selbst zu erkranken, sondern um den Schutz von Risikopatienten und darum, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Da nicht auszuschließen ist, dass in Deutschland eine ähnliche Entwicklung der Infektionszahlen stattfindet, erscheinen uns die Maßnahmen, Großveranstaltungen abzusagen und das eigene Reiseverhalten zu überdenken, sinnvoll.

Wir werden daher nicht organisiert nach Berlin reisen und auch die weiteren Spiele nicht gemeinsam vor den Stadiontoren verbringen. Wir kritisieren allerdings die momentane Lösung der Geisterspiele und fordern die Verbände eindringlich dazu auf den Spielbetrieb auszusetzen. Viele Fans opfern seit Jahren einiges, sowohl finanziell als auch zeitlich, um ihrem Herzensverein überall hin zu folgen. Diese Möglichkeit wird uns nun genommen, den Vereinen fehlen die Einnahmen und den Mannschaften die Unterstützung in der entscheidenden Phase der Saison. Fußball ohne Fans ist wertlos!

Auch in Bezug auf die Vereine ist das aktuelle Vorgehen unsolidarisch. Vereine wie der unsere können ausbleibende Zuschauereinnahmen deutlich leichter kompensieren und werden daher am Ende Wettbewerbsvorteile gegenüber kleineren Vereinen haben.

Unserer Meinung nach wird dadurch auch die Krankheit des Systems offensichtlich. Hauptsache alles geht seinen Weg, die Auswirkungen auf die kommende Saison sind gering, und die sinnlos aufgeblähte EM als Prestigeobjekt der korrupten UEFA im Sommer kann durchgeführt werden. Fans und die Seele des Fußballs sind, wie so oft, zweitrangig. Hinzu kommt, dass eine Aussetzung unumgänglich wird, sobald auch Mannschaften und Verantwortliche betroffen sind. Erste Fälle bei Hannover 96 und Juventus gibt es ja bereits, für uns ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere hinzukommen.

Schon jetzt zeigt sich an ersten Beispielen (verweigerte Landeerlaubnis für AS Rom, Ausstieg aus internationalen Wettbewerben durch Inter), dass die Wettbewerbsgleichheit nicht mehr gewährleistet ist.

Die momentanen Maßnahmen verschieben die Problematik also nur, statt sie zu lösen. Die “Lösung” der Geisterspiele ignoriert zudem komplett, dass Fußball auch abseits des Stadions eine massive soziale Komponente darstellt. Auch bei Geisterspielen treffen sich Fans in Kneipen und Wohnzimmern. Auch eine prall gefüllte Kneipe zur Primetime beim Spiel Dortmund gegen Bayern oder bei den anstehenden Europapokalpartien ist nicht zuträglich in Hinblick auf die Verbreitung des Virus’.

Die Ausstrahlung einer Konferenz im Free-TV ist dabei nur eine symbolische Maßnahme. Gerade zu Topspielen wird es Fußballfans trotzdem in die Kneipen ziehen.

Abschließend möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass alle Maßnahmen bereits dadurch ad absurdum geführt werden, wenn sich Fans vor dem Stadion sammeln, wie z. B. in Valencia diese Woche vor dem Spiel gegen Atalanta Bergamo oder in Paris beim Spiel gegen Borussia Dortmund.

ABSAGE ALLER SPIELE – SOFORT!

Club Nr. 12 und die Gruppen der Südkurve

Kollektivstrafen zum “Schutze” eines Milliardärs – der DFB zeigt erneut sein wahres Gesicht

In den vergangenen Wochen wurde die Fußballöffentlichkeit erneut Zeuge der Doppelmoral und Demokratiefeindlichkeit der Vertreter des sogenannten „modernen Fußballs“. Ihren Höhepunkt erreichte die Absurdität vorerst am vergangenen Wochenende.

Sich gegenseitig übertreffend fabulierten Dietmar Hopp, Karl-Heinz Rummenigge und der DFB selbst, neben abgehalfterten D-Prominenten des Fußballs über „Würde“, „Moral“ und „Respekt“. Dieselben Personen, die im Falle Hopp daran arbeiten, dass der Fußball der Zukunft von hochgezüchteten Retortenvereinen mit unkritischem Klatschpublikum beherrscht wird und der ungebetenen Meinungen gerne mit einem Hochfrequenzgerät begegnet, welches Körperverletzungen nach sich zieht. Oder die, im Fall Rummenigge, Trainingslager in Katar abhalten, einem Land, welches Menschenrechte und somit die oben erwähnten Werte mit Füßen tritt. Ein Land, welches auch aufgrund der DFB-Funktionäre die Weltmeisterschaft 2022 austragen wird. In Anbetracht der nicht aufgeklärten gekauften WM 2006 ist auch hier davon auszugehen, dass sich die Herren das einige teure Uhren haben kosten lassen.

Diese moralisch alles andere als integren Personen und Strukturen wollen uns Fans nun erzählen, was Anstand ist und stören sich an der zugespitzten Wortwahl, mit der wir unsere Kritik äußern. Nur, wenn es keine Möglichkeit gibt, grundlegende Veränderungen im deutschen Fußball zu erreichen, müssen wir eben zu drastischeren Maßnahmen greifen. Dass es keine andere zielführende Möglichkeit gibt, haben die von uns geführten Gespräche mit den Verbänden gezeigt, die letztlich nicht mehr waren als ein großer Scheindialog.

Die tatsächliche Schande der vergangenen Wochen liegt im Verhalten der Verbände, allen voran des DFB. Zuerst wurden die öffentlichkeitswirksam ausgesetzten Kollektivstrafen wieder eingeführt. Wohlgemerkt, in einer von einem Fußballverband geschaffenen Paralleljustiz. Diese verfassungswidrige Art der Bestrafung ist mit unserem Verständnis von Demokratie nicht in Einklang zu bringen. Indem der DFB diese nun wieder ausspricht, offenbart er nicht nur erneut sein verzerrtes Bild von Rechtsstaatlichkeit, sondern beweist auch eindrücklich, dass er nur solange an Veränderungen und Dialog interessiert ist, solange sein Geschäft nicht ernsthaft gestört wird. Nicht einmal die wenigen Fanorganisationen, die noch mit dem DFB im Dialog stehen, wurden über die „neue Linie“ des Verbandes informiert, geschweige denn, deren Meinung eingeholt. Der DFB zeigt wiederholt, dass er kein ernsthaftes Interesse an einem Dialog mit Fans verfolgt. Unter Fritz Keller scheint sich auch hier leider nichts zum Positiven verändert zu haben.

Darüber hinaus sollen von nun an zum Wohle eines Milliardärs sämtliche „Diskriminierungen“ und „Beleidigungen“ sanktioniert werden, bei Wiederholungen droht ein Spielabbruch. Eine Selbstoffenbarung seiner eigenen Unabhängigkeit lieferte der DFB bereits, in dem er im Vorfeld des Spieltags eine Einflussnahme von Vereinsfunktionären und Absprachen zuließ. Der erste Spieltag mit dieser Regelung hat gezeigt, worum es den Verantwortlichen und dem DFB wirklich geht, um schlichte Zensur. Anders ist die Unterbrechung in Meppen nicht zu erklären. Auch, wenn die Verbände jetzt wieder ein Stück weit zurückrudern, zeigt sich klar, in welche Richtung es gehen soll und wird.

Wir sind nicht gutgläubig und waren es auch nie. Und so lassen wir uns auch diesmal nicht blenden. Es geht hier weder um antirassistisches Engagement, noch um Diskriminierung und schon gar nicht um Anstand und Werte. In diesem Falle hätte sich der DFB in der Vergangenheit entschiedener, auch im eigenen Dunstkreis, positionieren müssen. Dieses geschah, wie zu erwarten nicht. Es geht schlichtweg um die Bekämpfung unserer Fankultur und unserer Werte. Die Profiteure des Geschäfts „Fußball“ versuchen mit diesem scheinbar verfänglichen Thema die Fankurven zu spalten, um letztlich die aktiven Fanszenen zu entfernen. Denn diese sind es, die stets den Finger in die Wunde legen und sich für demokratische Vereine, effektive Mitbestimmung im Fußball, für den Erhalt der 50+1 Regel, für bezahlbare Eintrittskarten und fangerechte Anstoßzeiten einsetzen und somit letztlich für das, was uns Fans die Identifikation mit diesem Sport noch halbwegs gelingen lässt.

Aber dieses Engagement ist dem DFB und seinen Verbündeten ein Dorn im Auge, welchen es zu bekämpfen gilt. Diesen Kampf nehmen wir auch weiterhin gerne an, denn wir haben keine andere Wahl, als ihn zu führen, wenn wir unseren Fußball zumindest teilweise noch erhalten wollen. Dieser Kampf kann plakativ, zugespitzt und provokant geführt werden oder tiefgründig und differenziert – wichtig ist, dass wir ihn führen!

Denn wir Fans sind die Basis und die Seele des Fußballs und wir lassen uns weder von Kollektivstrafen, noch von Spielunterbrechungen davon abhalten, für unsere Sache einzustehen.

Wir fordern und erwarten daher:

Kollektivstrafen abschaffen!

Es wird Zeit, dass der DFB sein mittelalterliches Rechtsverständnis für alle Zeit hinter sich lässt und Kollektivstrafen nicht nur aussetzt, sondern seine Rechts- und Verfahrensordnung diesbezüglich ändert und damit das Instrument der kollektiven Bestrafung abschafft. Im gleichen Zuge erwarten wir die sofortige Aufhebung der gegen Borussia Dortmund ausgesprochenen Zuschauerausschlüsse.

Die wirklich hässlichen Gesichter des Fußballs bekämpfen!

Der Fußball ist kaputt. Wirtschaftliche Interessen werden hofiert, das System sorgt dafür, dass reiche Clubs immer reicher werden, in den Verbänden steht Korruption an der Tagesordnung und um Menschenrechtsverletzungen schert man sich einen Dreck. Nicht erst seit den „Football Leaks“- Enthüllungen ist bekannt, dass Verbände und Vereine sich an diesen Zuständen nicht stören – im Gegenteil, sie fördern sie sogar. Hier muss endlich gegengesteuert werden, sollte den Herren wirklich etwas am Fußball liegen!

Wer nur am maximalen Profit orientiert ist, Werte deshalb nur zu seinem (Wettbewerbs-)Vorteil benennt und sich mit jahrelanger Kritik von Fans nicht ehrlich auseinandersetzt, macht sich lächerlich, wenn er sich als Hüter der Moral inszeniert. Wir Fans werden die Praxis vom letzten Spieltag nicht einfach so hinnehmen und im Zweifel weiter Unterbrechungen und auch Abbrüche in Kauf nehmen.

FICK DICH DFB!

Fanszenen Deutschlands im März 2020

Stellungnahme zu unserem Spruchband gegen Hoffenheim

Dass unser Spruchband gestern beim Spiel gegen Hoffenheim sicherlich für mediale Aufmerksamkeit sorgen würde, war uns klar und folglich bewusst gewählt. Bei der Wortwahl handelte es sich nicht um unseren üblichen Stil, sondern um einen eindeutigen Bezug zu dem sanktionierten Spruchband der Dortmunder. Was sich aber bereits während des Spiels als unmittelbare Reaktion zugetragen hat, mündete in einer absurden Handlungskette von realitätsferner und undifferenzierter Einordnung bis zu möglichen scheinheiligen Konsequenzen. Die fragwürdigen Ereignisse der letzten Tage – mit der drastischen Kollektivstrafe für die folgenden beiden Partien gegen die Dortmunder Fans in Sinsheim – verdeutlichen weiter vor allem die Ambivalenz des Deutschen Fußball-Bundes.

Die Meinung vieler Fans zur Thematik rund um den von Dietmar Hopp hochgezogenen Verein und seiner Person selbst und daran anknüpfende Kritik, in welcher Form auch immer,dürfte seit Jahren bekannt sein. Abgesehen von wenigen Fanszenen wurde die Kritik in den letzten Jahren ohnehin deutlich reduziert. Zuletzt konzentrierte man sich vielfach mit seinen Protesten auf den Ableger des Red-Bull-Konzerns aus Leipzig. Insbesondere die Fanszene von Borussia Dortmund zeigte jedoch weiterhin bei jedem Aufeinandertreffen, was sie von Herrn Hopp hält. Dies mündete in den letzten Jahren in einem Kleinkrieg zwischen beiden Parteien, der durch die Reaktionen des gekränkten Mäzen weiter befeuert wurde. Für zahlreiche Fanszenen war nun, in Form der ausgesprochenen Kollektivstrafe gegen die gesamte Dortmunder Anhängerschaft, eine Grenze überschritten worden, dessen logische Konsequenz in den vielerorts gezeigten Solidaritätsbekundungen lag.

Unabhängig von den Gründen unserer Abneigung und der derben Wortwahl, welche man nicht teilen muss, sind wir vor allem von den undifferenzierten und völlig überzogenen Reaktionen auf allen Ebenen entsetzt. Dass der DFB sich von einem Mäzen beeinflussen lässt und seine Versprechungen auf Kollektivstrafen zu verzichten bricht, überrascht nur wenig. Dies ist nur noch einmal mehr Ausdruck der verschwindend geringen Wertschätzung selbst getätigter Versprechen von Verbandsseite. Bedeutend erschreckender ist allerdings die Vollendung, der rund zehn Jahre alten Forderung Hopps, Kritik an seiner Person sowie „seinem“ Verein, mit rassistischer Diskriminierung gleichzusetzten und dementsprechend zu ahnden. Dies zieht zum einen die Verharmlosung und Verhöhnung von Opfern tatsächlicher rassistischer Anfeindungen und Gewalttaten nach sich und verdeutlicht zum anderen das eklatante Versagen des Verbands im Nachgang derartiger Vorfälle. Zwischen der Ernennung Integrationsbeauftragter und medienwirksamer Image-Kampagnen demonstriert der DFB zudem viel mehr in regelmäßigem Abstand ein einfältiges Desinteresse an klaren Handlungskonzepten gegen Diskriminierung. Stattdessen haben sich die Bemühungen um Passivität und Verharmlosung auf diesem Gebiet gesellschaftlicher Verantwortung längst durchgesetzt. Die noch sehr präsenten Fälle der rassistischen Äußerungen des Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden, Clemens Tönnies und die Diskriminierung des Herthaner Spielers Jordan Torunarigha und die jeweiligen „Konsequenzen“ seien dabei nur bespielhaft genannt.

Eine bloße Beleidigung, aktuell häufiger als „Schmähung“ bezeichnet, in Form von Spruchbändern oder Gesängen mit rassistisch motivierten Taten zu vergleichen, ist schlichtweg schwachsinnig. In fehlender Gradlinigkeit üben sich zudem auch Medien, Verantwortliche und Spieler. Aufgebrachte Kommentare und Appelle zu mehr Toleranz über soziale Medien oder durch Stellungnahmen lassen jegliche Selbstreflexion vermissen. Fehlende klare Bekenntnisse oder aktives Engagement gegen Antisemitismus, Homophobie und Rassismus stehen demgegenüber aber allzu selten auf der Agenda. Statt leerer Worte sollten auch Taten folgen. Eine Absetzung des jährlichen Trainingslagers in einem homophoben und menschenverachtenden Land wie Katar wäre ohne Frage ein Anfang des FC Bayern. Dementsprechend freuen wir uns in Zukunft auf eure regen Anteilnahmen und Statements als Reaktion etwa auf rassistische Worte und Taten und eben nicht nur bei der Beleidigung einer milliardenschweren Einzelperson. Weltoffenheit und Ehrlichkeit kann nicht nur einseitig gefordert, sondern muss auch gelebt werden! Wir können nur hoffen, dass die bedeutenden und wichtigen Fehlstände in unserem Fußball endlich erkannt werden! 

120 Jahre FC Bayern – Kartenverkauf und Gutscheine

EINTRITTSKARTENVERKAUF

Am Samstag steht das erste Heimspiel der Rückrunde an und wir möchten Euch über die Möglichkeiten informieren, wie Ihr an die Eintrittskarten für die Feier kommt. Alle Infos zur Feier findet Ihr unter clubnr12.org und suedkurve-muenchen.org, unter anderem dazu, wie Ihr für Euren Fanclub zusammenhängende Plätze reservieren könnt.

ENDE VORBESTELLUNGEN DO, 07.02.

  • FC BAYERN – SCHALKE 04 (SA, 25.01.)
    am Südkurvenplatz ab 15:00 bis 17:00 Uhr und am AKFD-/Südkurve-Stand ab Stadionöffnung
  • MAINZ 05 – FC BAYERN (SA, 01.02.)
    am Busparkplatz an dem Bus von Club Nr. 12
  • FC BAYERN – HOPPENHEIM (MI, 05.02.)
    am AKFD-/Südkurve-Stand ab Stadionöffnung
  • FC BAYERN – RB (SO, 09.02.)
    am Südkurvenplatz ab 14:30 bis 16:30 Uhr und am AKFD-/Südkurve-Stand ab Stadionöffnung
    Letzte Möglichkeit, Vorbestellungen abzuholen
  • 1. FC KÖLN – FC BAYERN (S0, 16.02.)
    im Gästeblock direkt am Eingang unten am Zaun
  • FC BAYERN – PADERBORN (FR, 21.02.)
    am Südkurvenplatz ab 17:00 bis 19:00 Uhr und am AKFD-/Südkurve-Stand ab Stadionöffnung

Sofern die Eintrittskarten nicht vorher ausverkauft sind.


VERKAUF VON GUTSCHEINEN FÜR DIE ERSTE MASS

Wir verkaufen mit den Eintrittskarten für die Feier Gutscheine, mit denen Ihr die erste Maß im Löwenbräukeller an einer extra Ausgabe direkt bekommt. Damit soll gewährleistet werden, dass der erste Durst schnell gestillt und die Bestellaufnahme für die Kellner am Anfang entzerrt wird sowie alle schneller was zum Trinken bekommen. Der Preis für die Maß ist 8,20 Euro, die Gutscheine gibt’s für 9 Euro. Die Differenz wird für einen guten Zweck verwendet. Wir freuen uns daher auch über nen 10er.

Die Gutscheine sind bei den Kartenverkäufern von uns zu haben.

27. Februar 1900 – Auf die Bayern!

120 JAHRE FC BAYERN – DIE OFFIZIELLE FEIER DER SÜDKURVE MÜNCHEN

Am 27. Februar wird unser FC Bayern 120 Jahre alt – das wollen wir mit der Südkurve kräftig feiern!

Wann?
Natürlich am 27. Februar, auch wenn es ein Donnerstag ist! Im Laufe des Mittwochs sollten alle Auswärtsfahrer aus London wieder daheim eintrudeln. Schlaft euch nochmal eine Nacht aus und nehmt euch Freitag frei!

Wo?
Im Löwenbräukeller, dem jahrzehntelangen Vereinslokal des FC Bayern, dem Ort von vielen Jahreshauptversammlungen, Stammtischen und großen Feiern wie zur Meisterschaft 1932, zu Jubiläen oder zum Double 1969! Wir wollen diese Tradition mit euch wiederaufleben lassen!

Weitere Infos?
Die Feier soll ganz im Stil einer typischen Vereinsfeier in alten Tagen stattfinden. D.h. es gibt erstmal ein zünftiges Essen für jeden, dazu ein kleines und nicht zu langes Programm und dann natürlich Musik. Das genaue Festprogramm folgt in den nächsten Tagen.
Einlass ist ab 19:00 Uhr, das Programm beginnt um 20:00 Uhr. Die Feier endet um 1:00 Uhr, es gibt vor Ort aber eine kleine Aftershow-Party.
Es gibt mehrere Gerichte und die üblichen Getränke, die Preise bewegen sich dem Rahmen entsprechend auf Wirtshausniveau. Infos dazu folgen noch.
Natürlich haben wir dem Anlass entsprechend Material herstellen lassen, dass es ausschließlich auf der Feier zu kaufen geben wird. Details verraten wir zu einem späteren Zeitpunkt.

Wo gibt es die Eintrittskarten?
Die Eintrittskarte kostet 10 Euro. Damit decken wir die Kosten, die bei einer Feier in diesem Rahmen natürlich höher sind. Alle etwaigen Überschüsse werden für wohltätige Zwecke gespendet.
In den Festsaal im Löwenbräukeller passen weniger Gäste, als üblicherweise zu den SK-Feiern kommen. Wir raten Euch deswegen, Euch die Karten schnell zu sichern. Wir verkaufen ab dem Heimspiel gegen Schalke bei jedem Spiel die Karten. Infos zum Kartenverkauf gibt es immer auf clubnr12.org und suedkurve-muenchen.org.

ACHTUNG: Aufgrund der Bestuhlung sind bei einer Feier in dieser Größenordnung die Plätze durchnummeriert. Wenn Ihr zusammensitzen wollt, müsst Ihr Euch die Karten zusammenkaufen, damit Ihr zusammenhängende Plätze bekommt.
Ab 10 Personen könnt Ihr Euch Karten unter suedkurve-muenchen.org/120-jahre vorbestellen. Die Vorbestellung muss bis spätestens zum 7. Februar eingegangen sein. Ab dem Schalke-Heimspiel können die Vorbestellungen abgeholt werden. Die Vorbestellungen müssen komplett abgenommen und bei Abholung vollständig bezahlt werden. In Ausnahmefällen kann ein Versand vereinbart werden. Vorbestellungen, die bis zum 9. Februar (Heimspiel gegen RB) nicht abgeholt wurden, verfallen und gehen in den freien Verkauf. Bei Vorbestellungen über 30 Karten halten wir bis zum 7. Februar für Euch ein Puffer frei, falls sich noch Leute von Euch anschließen.

Tragt Euch den Termin fest ein, organisiert eine Fanclubfahrt, nehmt Euch Urlaub, verpasst diesen Termin nicht. Ihr könnt ihn Euch leicht merken, es ist der 27. Februar.

27. FEBRUAR 1900 – AUF DIE BAYERN

Offener Brief an das bayerische Innenministerium

Am 03.09.2019 werden die Geschäftsführer und Sicherheitsbeauftragten der bayerischen Profifußballvereine mit Vertretern des bayerischen Innenministeriums zusammenkommen, um sich über sicherheitsrelevante Themen im Rahmen von Fußballspielen auszutauschen.

In den vergangenen Jahren wurde in der öffentlichen Berichterstattung und durch Äußerungen von Politikern teilweise der Eindruck vermittelt, der Stadionbesuch sei mit Gefahren für Leib und Leben verbunden. Es wurde des Öfteren eine neue Dimension von Gewaltkriminalität heraufbeschworen. In regelmäßigen Abständen werden noch härtere Strafen für “die sogenannten Fans” gefordert, abstruse Sanktionen, wie beispielsweise Führerscheinentzüge, umgesetzt und ganze Fanlager kriminalisiert. Insbesondere aktive Fußballfans werden häufig als Gefahr für den “normalen” Stadionbesucher dargestellt.

Doch wie stellt sich die Situation in den bayrischen Stadien tatsächlich dar? Sind die o.g. Szenarien tatsächlich mit Zahlen zu belegen? Müssen fußballbegeisterte Menschen tatsächlich Angst haben, ein Stadion zu betreten und ist die, oftmals hysterisch geführte, Debatte über Fußballfans gerechtfertigt? Um Antworten zu erhalten, stellte Maximilian Deisenhofer, MdL (Bündnis 90/Die Grünen) im bayerischen Landtag eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung.

Der Antwort auf diese Anfrage ist zu entnehmen, dass in der Saison 2018/19 in Bayern ca. 3,6 Mio. (2017/18: ca. 3,4 Mio) Zuschauer die Fußballspiele der Bundesliga, der 2. Liga, der 3. Liga sowie der Regionalliga besuchten. Die Staatsregierung führt aus, Kenntnis darüber zu besitzen, dass sich hierunter 32.313 (30.169) gewaltbereite Fans der Kategorie B und 4.137 (3.794) gewaltsuchende Fans der Kategorie C befinden. Angaben, die bei den folgenden Zahlen zu großer Verwunderung führen.

Im genannten Zeitraum weist die zitierte Statistik 477 (556) Straftaten auf, wobei weder kenntlich ist, um welche Delikte es sich handelt, noch ob die Beschuldigten lediglich angezeigt oder bereits rechtskräftig verurteilt wurden. Des Weiteren zählt die Statistik 88 (98) verletzte Stadiongäste, was einem Anteil von 0,0024 % (0,0029 %) entspricht. Zieht man hiervon die 25 Personen ab, die durch Pfefferspray bzw. Reizgas – und damit durch die Polizei – verletzt wurden, verbleiben 63 Personen. Auch bei diesen 63 Personen ist nicht ersichtlich, ob die Verletzungen durch Gewalteinwirkung (durch gegnerische Fans oder die Polizei), durch Bienenstiche oder beispielsweise Kreislaufbeschwerden resultieren.

Um die Zahlen, und damit die Sicherheit bei Fußballspielen, einschätzen zu können, soll ein Vergleich mit einer anderen Großveranstaltung bemüht werden. Hierbei werden auf die Vergleichszahlen des Münchner Oktoberfestes 2018 zurückgegriffen, bei welchem die Polizei von einer ruhigen und im Wesentlichen friedlichen Wiesn spricht (siehe muenchen.tv und sueddeutsche.de).

 FußballspieleOktoberfest
Besucher (insgesamt)ca. 3,6 Mio.ca. 6,3 Mio.
Straftaten (absolut)477994
(inkl. 1x Körperverletzung mit Todesfolge)
Straftaten (auf 100.000)13,2515,78
Verletzungen Gäste (absolut)883.333
(davon 717 durch Alkohol)
Verletzungen Gäste (auf 100.000)2,4452,90

Der Statistik ist zu entnehmen, dass sich die Anzahl der begangenen Straftaten lediglich marginal unterscheidet. Allerdings hat das Oktoberfest im anteiligen Vergleich zu Fußballspielen mehr als 20 Mal so viele Verletzte vorzuweisen.

Unser Ansinnen ist es natürlich nicht, repressivere Maßnahmen auf Volksfesten anzuregen, denn im selben Maße, wie sich die Besucher dort sicher fühlen, verhält es sich im Fußballstadion.

Und trotz der aufgeführten Statistik verschließen wir als Fanhilfen nicht die Augen davor, dass der Fußball in Deutschland nicht gewaltfrei ist – wie es eben auch die Gesellschaft nicht ist. Durch die wiederholte Reduzierung einer ganzen Fangemeinschaft auf wenige, vorgeblich problematische Verhaltensweisen, werden viele positive Aspekte (z.B. soziales Engagement, Ehrenamt, Kreativität) im Sozialisationsfeld Fußball in den Hintergrund gedrängt.

Wir fordern Behörden und Ministerien auf, sich differenziert mit Fanverhalten auseinanderzusetzen und einen sachlichen Diskurs anzustreben.

Im Zuge dessen sind darüber hinaus sowohl die Art und Anzahl, als auch die Einsatzstrategien der an Spieltagen eingesetzten Polizeieinheiten zu hinterfragen. In anderen Bundesländern wurden bereits positive Erfahrungen mit Pilotprojekten gemacht, bei denen die Polizei an Spieltagen defensive Einsatzstrategien verfolgt und sich lediglich im Hintergrund hält.

Das o.g. Treffen vom 03.09.2019 zum Anlass nehmend, stellen wir folgende Forderungen an die Vertreter des bayerischen Innenministeriums:

  • Versachlichung der Debatte um Fanverhalten und Fankultur
  • Wertschätzung anstelle von Kriminalisierung aktiver Fußballfans
  • Reduzierung der Anzahl polizeilicher Einsatzkräfte bei Fußballspielen – angepasst an die aktuellen Rahmenbedingungen in bayrischen Stadien
  • Abbau der unverhältnismäßigen Repressionsspirale (insbesondere Betretungs- und Stadionverbote)

Wir erwarten zudem von den Vertretern des bayerischen Innenministeriums sowie der Profifußballvereine im Nachgang des Treffens eine objektive und öffentliche Positionierung zur Debatte “Sicherheit beim Fußball”.

Mit freundlichen Grüßen

1860 München: Blaue Hilfe
Augsburg: Rot-Grün-Weiße Hilfe
Bayern München: Südkurve München
Fürth: Weiss-Grüner Hilfefonds
Nürnberg: Rot-Schwarze Hilfe
Regensburg: Fanhilfe Regensburg i.G.
Unterhaching: Südtribüne Unterhaching
Würzburg: Dallenberg Supporters Club

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