Vom 5. Mai 2013

Die aktuelle Saison unseres FC Bayern ist wohl für einen eher außenstehenden Fußballinteressierten sicherlich großartig. Sportlich gesehen trifft dies – zumindest in den bisherigen Spielen – ohne Frage zu. In der Fussball-Bundesliga hat man sich schon seit wenigen Wochen den Meistertitel gesichert. Im nationalen und europäischen Pokal-Wettbewerb stehen, wie bereits in der vergangenen Saison die Endspiele in wenigen Wochen bevor.

Doch wird die daraus im Allgemeinen entstehende Feierstimmung für uns – und sicherlich auch für den einen oder anderen nicht unerheblich getrübt. Während es im Europapokal bei Heimspielen, neben sportlich hervorragender Leistungen, schon seit Monaten den Bayernfans durchweg nicht gegönnt war, auf ihrem angestammten Platz in der Südkurve ihr Bestmögliches zur Unterstützung der Mannschaft auf dem Platz beizutragen, zeichnet sich dies nun auch für nationale Heimspiele ab. Der Verein wusste diese Information auf seiner Internetseite allerdings positiv zu verpacken. „FCB erhöht Ticketkontingent in der Südkurve“ hieß es so in der Überschrift. Nebenbei möchte unser Verein noch für mehr Sicherheit für seine Stadionbesucher sorgen. Schlussendlich war die Kerninformation für uns, dass es in jedem Spiel der neuen Saison zu expliziten Zugangskontrollen am Eingang zu jedem Block der Südkurve kommt. Es steht also außer Frage, dass wir in keinem der Blöcke im Unterrang der Südkurve zusammen stehen können, wie es jahrelang der Fall war.

Eben diese gegenwärtige oder viel mehr zukünftige Situation macht es uns nicht einfach, die bevorstehenden letzten Spiele einer sportlich sicherlich begeisternden Saison anzugehen. Da wir „gewissermaßen ein wenig ratlos sind“, fällt es uns sichtlich schwer einfach voller Freude diese großartige Saison unserer Mannschaft zu genießen und zu feiern. Während beim Heimspiel gegen Freiburg, nachdem Einem diese Nachricht zu Ohren kam ohne Frage zunächst die Emotionen ein wenig hochkamen und man keine Zaunfahne aufhängen wollte, sind diese Emotionen wie Enttäuschung und Ärgerlichkeit sicherlich noch weiterhin in unsere Köpfen präsent. Diesen erneuten und besonders drastischen Einschnitt in unser Fandasein – noch dazu von unserem eigenen Verein – kann man nicht ohne weiteres herunterspielen.

Daraus ergab sich zum einen die Situation, dass man wohl aus Gewohnheit oder vielmehr auch aus Emotionen heraus nicht bei einem Europapokal-Halbfinale oder einem Auswärtsspiel in Dortmund stillschweigend im Block stehen kann und das man andererseits nicht nach außen hin den Anschein einer perfekten Welt aufrechterhalten wollte. So verzichten wir sowohl beim Heimspiel gegen Freiburg als auch beim letzten Heimspiel dieser Saison gegen den FC Augsburg auf das Aufhängen unserer Zaunfahne an dem sonst angestammten Platz im Stadion und werden nicht als Gruppe auftreten. Bei den Auswärtsspielen in Barcelona und Dortmund war es zudem kein Versehen, dass wir unsere Auswärtszaunfahne verkehrt herum aufgehängt haben. Damit wollen wir als Gruppe schlichtweg unsere Ablehnung gegen derartig umgesetztes Sicherheitsbestreben deutlich machen. Die Wirkung von dieser Reaktion ist zweifelsohne begrenzt, allerdings Ausdruck unserer persönlichen Ablehnung gegen dieses Vorgehen des Vereins. Auf die gewöhnliche optische Unterstützung unserer Mannschaft verzichten wir darüber hinaus auch bis auf Weiteres.

RED FANATIC MÜNCHEN im Mai 2013


Kategorie: StellungnaHmen

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