Vom 21. Februar 2012

Am morgigen Abend steht nach zweieinhalb Monaten wieder ein Auswärtsspiel unseres FC Bayern an. Wie es die Auslosung will, führt uns unser Weg – wie im Vorjahr zum Schweizer Meister nach Basel. Doch vor allem abseits der sportlich betrachtet positiven Reaktionen auf dieses Los, bringt dieses Spiel einige Ärgernisse auf die Anhänger unseres FC Bayern zu. Zunächst war der enorme Ansturm auf Eintrittskarten für dieses Achtelfinal-Hinspiel erwartungsgemäß groß, so dass das zur Verfügung stehende Kontingent bereits nach wenigen Stunden weit überbucht war und einige treue Fans nicht einmal mehr die theoretische Chance auf eine direkte Zuteilung von unserem Verein eingeräumt wurde. Maßgeblich war hier mit Sicherheit die geographische Nähe, die eine Reise zu dieser Begegnung für einige wohl erst machbar zu werden schien.

Doch wohl vor allem der Vorfall aus der Vorsaison warf an dieser Stelle seine Schatten voraus. Zahlreiche Bayernfans sahen sich daraufhin – erstmals wieder seit knapp Zwei Jahren – drastischen behördlichen Sanktionen unterworfen. Die Grundlage für alle erteilten Maßnahmen stellte – ähnlich der nationalen Vergabepraxis von Stadionverboten – eine äußerst unklare Rechtslage dar. Bezugnehmend auf weder bewiesene noch relevante Vergehen von Beschuldigten, wurden hier eine Vielzahl von Ausreiseverboten und Meldeauflagen verhängt. Zudem sprachen beide beteiligte Vereine für Fans mit nationalem Stadionverbot für das Auswärtsspiel des jeweils anderen Hausverbote aus. Auch hier fand wieder ein sehr fragwürdiger Transfer von einer rein rechtlich umstrittenen Sanktionierung auf eine andere Instanz statt. Damit nicht genug, droht uns nun unser Verein mit „dem Vorbehalt von Konsequenzen“ für ein mögliches Auswärtsspiel in der nächsten Runde des Europapokals, sofern es in Basel zum Einsatz von Pyrotechnik kommen sollte. In Bezug darauf steht auch ein Verzicht auf das Gastkontingent der Bayernfans im Raum. Auf diese Weise wird – der optisch ansehnliche, wie medial viel beachtete – Einsatz von Pyrotechnik weiter stark kriminalisiert. Eine derartig drohende, drakonische Kollektivstrafe schafft auch eine Distanz zwischen Pyrotechnik-Befürwortern und Gegnern. Dieses sind ungünstige Begleiterscheinungen vor einem wichtigen Spiel, bei dem die Unterstützung der Mannschaft von hoher Bedeutung ist. Die Konsequenz für die Kurve aus diesen Begleiterscheinung kann es nur sein, für alle zu singen, denen der Besuch dieses Spiels versagt bleiben wird!

RED FANATIC MÜNCHEN im Februar 2012


Kategorie: StellungnaHmen

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